Wiederholt ist derzeit zu beobachten, wie eine strahlende Erscheinung und brillantes Auftreten kein Garant dafür sind, dass sich dahinter nicht düstere Schatten erheben können. Wie oft habe ich mich gefragt, wie Menschen, welche den Weg in die Öffentlichkeit wagen, es schaffen, ihren wohl zumeist nicht ganz leicht erworbenen Glanz aufrecht zu erhalten. 'Hochmut kommt vor dem Fall' - eine Redensart, welche ich über Jahre hinweg nicht verstehen konnte, ja als eher absurd empfunden habe, erscheint mir heute als ziemlich bezeichnend für all die Demaskierungen, die gerade stattfinden. Das Jahr 2011 scheint geradezu ein Jahr der schonungslosen Darstellung der Verhältnisse, wie sie wirklich sind, zu werden und manchmal bin ich geneigt zu fragen, ob ich denn all das Schändliche wirklich wissen will, was mir von allen Seiten präsentiert wird. Es bleibt nicht aus, dass vieles bei sich selber zutage tritt, womit niemand gerne konfrontiert wird. Es ist alles andere als ein Sonntagsspaziergang, wenn ich mich fragen muss, wie gross denn mein eigener Anteil an den Schattenaspekten sein könnte, und was denn zu ändern wäre, damit die allseits angepeilte Kehrtwende auch gelingen kann. - Wer nämlich glaubt, mit dem Zeige-Finger und einem angewiderten "Igittigitt" könnte die Welt sich zum Guten verändern, befindet sich auf dem Holzweg...
Wenn einer, der mit Mühe kaum.
Gekrochen ist auf einen Baum,
Schon meint, daß er ein Vogel wär,
So irrt sich der.
Wilhelm Busch
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