Samstag, 3. Dezember 2011

social oder nicht?



Eine persönliche Dezember Kurzgeschichte:

Ab und an soll es vorkommen, dass ein Mensch, eine Menschin, aus Neid oder Antipatie zack in eine Schublade gesteckt werden und das auch noch mit aufgedrücktem Stempel!
Dass ich in meine Kindheit nicht gerade in Watte gepackt verbracht habe, (anders als mein Dezemberbild vielleicht suggerieren könnte ;-) war vor Jahrzehnten einer Dame aus sogenanntem guten Hause zu Ohren gekommen und hatte sie flugs veranlasst, meine Wenigkeit solchermassen
(mit dem Stempel 'asozial') unter den Tisch zu fegen.
A propos Tisch: Als diese feine Dame einmal in unser früheres Wohnzimmer mehr oder weniger 'eingedrungen' war, krönte sie ihren ersten und letzten (!) Auftritt mit einer bezeichnenden Geste:
Sie entledigte sich ihres Umhanges und ihres teuren (?) Foulards und deponierte letzteres
mit lässigem aber gezielten! Wurf mitten auf den 'Salontisch'!!
Mir grumelts noch heute im Bauch, wenn ich an diese Geste denke...Leider weiss ich nicht mehr, wie ich damals reagiert habe. Wie ich heute darauf reagieren würde, schon! Und was ich aus dem von mir unerwünschten Kontakt mit jener 'Dame' gelernt habe, weiss ich auch noch ganz genau: 
Standesdünkel gehört zu den Eigenschaften, welche ich ohne Einschränkung verabscheue.

 Die hinterlassene Spur, welche wohl auf ein soziales Gefälle zu meinen Ungunsten hinweisen sollte, hat glücklicherweise in mir das absolute Gegenteil bewirkt! Nie zuvor hatte ich mich auf meine konkreten inneren Werte so intensiv besonnen ...und wenn ich es genau bedenke, bin ich diesem Erlebnis zu Dank verpflichtet, weil es mich erst zu einer Ganzheit werden liess, die mit beiden Füssen und einem natürlichen Selbstwertgefühl auf der Erde steht und dennoch den Aufwärtsblick nie ganz verlernt hat.
:-)

Kommentare:

  1. Das ist gut so, dass es dich eher gestärkt hat!

    Ich habe etwas ähnliches durch den älteren Bruder meines Vaters erlebt, als ich bei Familienfesten mit meinem unehelichen Kind und das noch von einem Afrikaner auftauchte!
    Ironie des Schicksals- seine Enkelin hat auch einen Afrikaner geheiratet, hat 1 Kind und ist geschieden. Tja was soll uns das wohl sagen?!
    Lieben Gruß
    Angelika

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Angelika,
    vor allem soll es uns wohl sagen, dass wir besser vor der eigenen Tür kehren sollen, bevor wir den Rest der Welt mit Vorurteilen bekleckern ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Standesdünkel- einfach nur unmenschlich. Wir sind alle nackt geboren!
    Gruß von Sonja

    AntwortenLöschen